Wärmepumpe, Photovoltaik, Speicher und Wallbox

Wie die Anlagen funktionieren, wann sie sich lohnen und worauf Sie achten sollten. Kurz erklärt, mit Fachwissen zum Aufklappen.

Heizen mit Umweltwärme

Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe holt Wärme aus der Luft oder dem Grundwasser und hebt sie mit Strom auf Heiztemperatur.

Wärme je kWh Strom
3–4×
ideale Vorlauftemperatur
≤ 55 °C
Förderung über die KfW
bis 80 %*

So funktioniert es

  1. Wärme aufnehmen Das Kältemittel verdampft schon bei niedrigen Temperaturen und nimmt Umweltwärme auf.
  2. Verdichten Ein elektrischer Verdichter presst den Dampf zusammen und macht ihn heiß.
  3. Heizen Die Wärme geht an Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser.
Viessmann-Wärmepumpe: Außengerät neben Inneneinheit und Wandgerät

Lohnt sich besonders, wenn …

  • Ihre Öl- oder Gasheizung ersetzt werden muss
  • Ihr Haus mit höchstens 55 °C Vorlauf warm wird
  • das Haus gedämmt ist oder eine Fußbodenheizung hat
  • eine Photovoltaikanlage Strom beisteuert

Vorher prüfen

  • Reichen 55 °C Vorlauf auch an kalten Tagen?
  • Platz und Abstand für das Außengerät
  • Zählerplatz für Wärmepumpentarif oder § 14a

Fachwissen Wärmepumpe

Luft oder Grundwasser?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist am weitesten verbreitet: Sie braucht keine Erdarbeiten, nur ein Außengerät. Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen Grundwasser und brauchen einen geeigneten Brunnen und eine Genehmigung.

COP und Jahresarbeitszahl

Der COP beschreibt die Effizienz auf dem Prüfstand. Aussagekräftiger ist die Jahresarbeitszahl (JAZ): erzeugte Wärme geteilt durch verbrauchten Strom über ein ganzes Jahr. Eine gut geplante Luft-Wasser-Wärmepumpe erreicht etwa 3 bis 4. Faustregel für den Strombedarf: Wärmebedarf geteilt durch JAZ, also bei 20.000 kWh Wärme und JAZ 3,5 rund 5.700 kWh Strom.

Warum die Heizlastberechnung zählt

Eine zu große Wärmepumpe schaltet ständig an und aus, eine zu kleine braucht oft den Heizstab. Beides kostet Strom. Grundlage ist deshalb eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 und ein hydraulischer Abgleich.

Funktioniert das auch bei Frost?

Ja. Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen heizen auch bei zweistelligen Minusgraden. Die Effizienz sinkt an sehr kalten Tagen, diese machen aber nur einen kleinen Teil der Heizperiode aus.

Wie die Förderung aufgebaut ist

Die KfW bezuschusst den Heizungstausch über die Bundesförderung für effiziente Gebäude: eine Grundförderung plus Boni, etwa für den Austausch einer alten fossilen Heizung, für geringes Einkommen oder für natürliche Kältemittel. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein.

Strom vom eigenen Dach

Photovoltaik

Eine Photovoltaikanlage macht aus Sonnenlicht Strom für Ihr Haus. Was Sie selbst verbrauchen, müssen Sie nicht aus dem Netz kaufen.

Ertrag je kWp und Jahr
~1.000 kWh
Dachfläche je kWp
~5 m²
feste Einspeisevergütung*
20 Jahre

So funktioniert es

  1. Licht wird Strom Solarzellen erzeugen Gleichstrom, sobald Licht auf sie fällt.
  2. Umwandeln Der Wechselrichter macht daraus Wechselstrom für das Hausnetz.
  3. Nutzen Zuerst verbraucht das Haus, der Überschuss geht in Speicher oder Netz.
Einfamilienhaus mit schwarzen Solarmodulen auf dem Ziegeldach

Lohnt sich besonders, wenn …

  • Ihr Dach nach Süden, Osten oder Westen zeigt
  • kaum Schatten auf das Dach fällt
  • Wärmepumpe oder E-Auto den Verbrauch erhöhen
  • das Dach noch mindestens 25 Jahre hält

Vorher prüfen

  • Steht eine Dachsanierung an?
  • Schatten durch Bäume, Gauben, Nachbarhäuser
  • Zustand des Zählerschranks

Fachwissen Photovoltaik

Süd oder Ost-West?

Ein Süddach liefert den höchsten Gesamtertrag. Ost-West erzeugt etwas weniger, verteilt den Strom aber auf Morgen und Abend, wenn im Haushalt viel verbraucht wird. Ideal sind etwa 30 bis 35 Grad Neigung, andere Dächer funktionieren mit geringen Einbußen.

Wie groß soll die Anlage sein?

Richtwert: mindestens 1 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Weil Module günstig geworden sind und Wärmepumpe oder E-Auto dazukommen können, lohnt es sich oft, das Dach möglichst voll zu belegen. Typisch für ein Einfamilienhaus sind 8 bis 12 kWp.

Eigenverbrauch und Einspeisevergütung

Die Einspeisevergütung nach dem EEG bleibt ab Inbetriebnahme 20 Jahre fest, liegt aber deutlich unter dem Preis für Netzstrom. Deshalb rechnet sich eine Anlage vor allem über den Eigenverbrauch. Ohne Speicher nutzt ein Haushalt etwa 25 bis 35 Prozent seines Solarstroms selbst, mit Speicher, Wärmepumpe oder E-Auto deutlich mehr.

Wechselrichter und Hybridwechselrichter

Der Wechselrichter wandelt Gleichstrom in Wechselstrom und betreibt die Module laufend im Punkt maximaler Leistung (MPP-Tracking). Ein Hybridwechselrichter steuert zusätzlich den Speicher, damit lässt er sich auch später nachrüsten. Wechselrichter halten meist 10 bis 15 Jahre, also kürzer als die Module.

Anmeldung und Steuern

Jede Anlage wird beim Netzbetreiber angemeldet und im Marktstammdatenregister eingetragen. Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden fällt seit 2023 keine Umsatzsteuer auf Kauf und Installation an, die Einnahmen sind einkommensteuerfrei. Details im Einzelfall klärt Ihr Steuerberater.

Solarstrom auch am Abend

Stromspeicher

Ein Speicher hält den Solarstrom vom Mittag für Abend und Nacht bereit. So nutzen Sie mehr eigenen Strom und kaufen weniger zu.

je 1.000 kWh Jahresverbrauch
1 kWh
sichere, langlebige Zellchemie
LFP
je Speichermodul bei Solavita
5 kWh

So funktioniert es

  1. Mittags laden Überschüssiger Solarstrom fließt in die Batterie statt ins Netz.
  2. Abends entladen Wenn die Sonne weg ist, versorgt der Speicher das Haus.
  3. Weniger zukaufen Eigenverbrauch und Autarkie steigen, die Stromrechnung sinkt.

Lohnt sich besonders, wenn …

  • Sie vor allem abends Strom verbrauchen
  • Wärmepumpe oder E-Auto den Bedarf erhöhen
  • Sie Notstrom bei Stromausfall wünschen
  • die Photovoltaikanlage neu geplant wird

Vorher prüfen

  • Nicht größer als nötig wählen
  • Notstrom ist nicht automatisch dabei
  • Trockener, frostfreier Aufstellort

Fachwissen Stromspeicher

Wie groß soll der Speicher sein?

Faustregel: etwa 1 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch und höchstens 1 bis 1,5 kWh je kWp. Ein Haushalt mit 4.500 kWh und 10 kWp kommt auf 5 bis 10 kWh. Mit Wärmepumpe oder E-Auto darf es mehr sein.

Eigenverbrauch und Autarkie

Die Eigenverbrauchsquote sagt, wie viel des erzeugten Solarstroms Sie selbst nutzen. Der Autarkiegrad sagt, wie viel Ihres Verbrauchs aus der eigenen Anlage stammt. Ein Speicher verbessert beide Werte.

Warum Lithium-Eisenphosphat?

LFP-Zellen sind thermisch stabil, neigen kaum zum Überhitzen, vertragen mehrere tausend Ladezyklen und kommen ohne Kobalt aus. Deshalb setzen die meisten Heimspeicher heute darauf.

Notstrom oder Ersatzstrom?

Notstrom versorgt bei einem Ausfall einzelne Steckdosen. Ersatzstrom versorgt das ganze Haus oder ausgewählte Stromkreise über eine automatische Umschaltung. Was möglich ist, legt der Partner in der Planung fest.

Das E-Auto mit Sonnenstrom laden

Wallbox

Eine Wallbox lädt Ihr E-Auto zu Hause sicher und schnell. Mit Photovoltaik tanken Sie Strom vom eigenen Dach.

übliche Ladeleistung
11 kW
bis ein 60-kWh-Akku voll ist
~6 Std.
vermindertes Netzentgelt
§ 14a

So funktioniert es

  1. Überschuss erkennen Die Wallbox sieht, wann die Solaranlage mehr erzeugt, als das Haus braucht.
  2. Leistung anpassen Die Ladeleistung folgt laufend dem Solarüberschuss.
  3. Sonne tanken Das Auto lädt mit eigenem Strom statt mit Netzstrom.

Lohnt sich besonders, wenn …

  • Sie ein E-Auto fahren oder planen
  • Sie einen eigenen Stellplatz haben
  • eine Photovoltaikanlage vorhanden ist
  • das Auto tagsüber oft zu Hause steht

Vorher prüfen

  • Anmeldung beim Netzbetreiber
  • Steuerbar für das Netzentgelt nach § 14a
  • Leitungsweg vom Zählerschrank

Fachwissen Wallbox

Warum nicht einfach die Steckdose?

An der Haushaltssteckdose lädt ein E-Auto mit rund 2 bis 3 kW, also ein Vielfaches länger, und die Leitung ist dabei über Stunden voll belastet. Eine Wallbox ist dafür ausgelegt und hat eigene Schutzeinrichtungen.

Anmelden oder genehmigen lassen?

Wallboxen bis 11 kW werden beim Netzbetreiber angemeldet. Stärkere Geräte, etwa mit 22 kW, brauchen seine Genehmigung.

Was § 14a EnWG bedeutet

Seit 2024 gelten Wallboxen, Wärmepumpen und Speicher über 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf ihre Leistung bei drohender Überlastung vorübergehend drosseln, eine Mindestleistung bleibt erhalten. Dafür zahlen Sie ein vermindertes Netzentgelt.

Am meisten bringt alles zusammen

Ein Energiemanagement (HEMS) steuert alle Geräte so, dass möglichst viel Solarstrom im Haus bleibt.

Schema eines Hauses mit Solarmodulen, Speicher, Wärmepumpe, Lüftung und Wallbox
  1. Photovoltaik erzeugt den Strom
  2. Speicher hebt ihn für den Abend auf
  3. Wärmepumpe macht daraus Wärme
  4. Wallbox lädt das Auto mit Überschuss

Solavita bietet alles als Paket Energie Pro (bis zu 92 % Autarkie laut Hersteller), GED plant Wärmepumpe und Photovoltaik als Kombi-Lösung.

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Fachbegriffe kurz erklärt

Autarkiegrad
Anteil Ihres Stromverbrauchs, der aus der eigenen Anlage stammt.
COP
Effizienz einer Wärmepumpe auf dem Prüfstand.
Eigenverbrauchsquote
Anteil des Solarstroms, den Sie selbst nutzen.
Einspeisevergütung
Vergütung je eingespeister kWh nach dem EEG, 20 Jahre fest.
Heizlast
Wärmeleistung, die das Haus am kältesten Tag braucht.
Hybridwechselrichter
Steuert Photovoltaik und Speicher in einem Gerät.
Jahresarbeitszahl (JAZ)
Wärme je kWh Strom über ein ganzes Jahr im echten Betrieb.
kWp
Nennleistung einer Photovoltaikanlage.
Marktstammdatenregister
Register der Bundesnetzagentur für PV-Anlagen und Speicher.
SG Ready
Schnittstelle, über die eine Wärmepumpe Solarüberschuss nutzt.
Vorlauftemperatur
Temperatur des Heizwassers auf dem Weg zu den Heizkörpern.
§ 14a EnWG
Drosselung im Ausnahmefall, dafür vermindertes Netzentgelt.

* Die Förderung der Wärmepumpe läuft über die KfW; ihre Höhe hängt von Einkommen, Gebäude und bisheriger Heizung ab, der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein. Die Einspeisevergütung richtet sich nach dem EEG in der Fassung bei Inbetriebnahme. Alle Werte sind allgemeine Richtwerte; Ihre Anlage plant der Partner. LCV gibt keine Förder-, Ertrags- oder Renditezusage.

Häufige Fragen zu unseren Leistungen

Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns eine E-Mail.

Lohnt sich eine Wärmepumpe auch im Altbau?

Oft ja. Entscheidend ist nicht das Baujahr, sondern die nötige Vorlauftemperatur. Reichen an kalten Tagen etwa 55 °C, arbeitet eine Wärmepumpe effizient. Häufig genügt es, einzelne Heizkörper zu tauschen. Klarheit bringt die Heizlastberechnung des Partners.

Wie groß sollte eine Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus sein?

Als Richtwert gilt mindestens 1 kWp je 1.000 kWh Jahresverbrauch. Weil Wärmepumpe oder E-Auto später dazukommen können, lohnt es sich oft, das Dach möglichst voll zu belegen. Typisch sind 8 bis 12 kWp.

Lohnt sich ein Stromspeicher?

Vor allem dann, wenn viel Strom abends und nachts verbraucht wird oder Wärmepumpe und E-Auto den Bedarf erhöhen. Als Faustregel passt etwa 1 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch.

Kann ich Speicher oder Wallbox später nachrüsten?

Ja. Am einfachsten geht das, wenn die Anlage von Anfang an mit einem Hybridwechselrichter geplant wird. Eine Wallbox lässt sich jederzeit ergänzen und wird beim Netzbetreiber angemeldet.

Wer plant und installiert die Anlage?

LCV berät Sie und vermittelt Sie an GED oder Solavita. Der Partner plant, liefert, installiert und ist Ihr Vertragspartner. Ihre Anfrage bei LCV ist unverbindlich.

Welche Lösung passt zu Ihrem Haus?

Unsere Berater sehen sich Ihr Vorhaben an, erklären die Möglichkeiten samt Förderung und vermitteln Sie an den passenden Partner. Unverbindlich.